Suche
  • LMU EC

5 Fragen an unseren Partner Versicherungskammer Bayern

Aktualisiert: Nov 20


Johannes Wagner, Leiter Start Up Cooperation VKB & Mitglied Vorstand InsurTech Hub Munich

Hallo Johannes! Bei der VKB arbeitet ihr mit vielen Startups zusammen, vor allem durch die Partnerschaft mit dem InsurTech Hub Munich. Wie genau läuft eine Kooperation zwischen der VKB und einem Startup ab?

Seit 2018 sind wir als Team für Startup-Kooperation für die strukturierte Bewertung von Geschäftsmodellen und Kooperationen mit Startups verantwortlich. Wir haben eine übergreifende Innovationsplattform für die strategische Entwicklung der Geschäftsfelder der Versicherungskammer Bayern geschaffen.

Jedes Startup durchläuft einen Bewertungsprozess, der auf Basis unserer Konzern- und Geschäftsfeldstrategie aufgebaut ist. Wenn ein Startup hohes Potenzial aufweist, erfolgen Gespräche mit dem zuständigen Fachbereich und eine nachgelagerte gemeinsame Bewertung anhand der Bedürfnisse der Experten. Im besten Fall hat das Startup eine geeignete Lösung um Herausforderungen des Fachbereichs zu lösen oder einen Service gestaltet, der prägnante Mehrwerte für unsere Kunden bietet. In der Validierung von Lösungen setzen wir auf Pilotprojekte von möglichst wenigen Wochen mit messbaren Zwischenergebnissen. Mit dieser Vorgehensweise wissen wir sehr schnell, ob eine Lösung unsere Erwartungen erfüllt oder besser verworfen wird. Bei erfolgreicher Durchführung starten wir dann in eine langfristig angelegte Kooperation mit dem Startup.


Mit welchen Startups habt ihr bereits zusammengearbeitet und welches Erfolgsbeispiel ist euch besonders im Gedächtnis geblieben?

Vor drei Jahren haben wir die datenbasierte Analyse von Gebäudeschäden eingeführt. In Kooperation mit dem Münchner Startup FairFleet setzen wir Drohnen zur Schadensbegutachtung ein. FairFleet deckt von der Beratung über die Drohnenflugbuchung bis hin zur Datenanalyse das gesamte Spektrum ab. So können beispielsweise bei großflächigen Hagelereignissen innerhalb kurzer Zeit Drohnenpiloten in der Nähe des Schadengebiets beauftragt werden. Diese Technologie ermöglicht mit Hilfe sehr guter Bildaufnahmen eine rasche und umfängliche Einschätzung der Schadenhöhe, insbesondere, wenn Gutachter die Dächer und Gebäude nicht ohne weiteres sicher begehen können. Mit diesem innovativen Ansatz konnten wir sowohl die Kundenzufriedenheit als auch die interne Effizienz erhöhen.


Wie schätzt ihr die Auswirkungen der aktuellen Krise auf die Startup-Branche und vor allem für Startups im Versicherungsbereich ein?

So wie viele Zweige der deutschen Wirtschaft leiden, merken auch die Jungunternehmer den deutlichen Druck der Corona-Krise. Zum einen sind Kunden auf Grund der Kurzarbeit in Ihrer Kaufentscheidung eingeschränkt, zum anderen schränken auch Konzerne ihre Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern ein.

Wie andere Unternehmen auch, erfahren die Startups somit einen direkten Umsatzrückgang, was eine Geschäftsbeeinträchtigung nach sich zieht. Darüber hinaus bedeutet der Umsatzrückgang der Großkonzerne auch, dass Investorengelder eingefroren sind. Trotzdem sind Innovationen und digitale Lösungen im Kontext der COVID-19-Krise noch wesentlich stärker gefragt als bisher. Viele Unternehmer orientieren sich nun stärker hin zur Lösungen, die in der Pandemie zu Mehrwerten führen können. Somit haben sie die Chance, relevante Lösungen sowohl im B2B- als auch B2C-Bereich zu schaffen und sich langfristig durchzusetzen.

Gab es in den letzten Monaten durch die Corona-Krise Entwicklungen im Startup-Bereich, die euch beeindruckt haben? Wie geht die VKB mit der Corona Pandemie um?

Für uns als Konzern ist es wichtig, trotz COVID-19 unseren Kundenservice

auf gewohnt hohem Niveau zu bieten. Dies war uns in den vergangenen Monaten vor

allem deshalb möglich, weil wir den Ausbau digitaler Lösungen bereits in den vergangenen Jahren entscheidend vorangetrieben haben.

So konnten wir unseren virtuellen Vertragsabschluss vorzeitig implementieren. Kunde und Berater können mittels interaktivem Co-Browsing Unterlagen und Unterschriften im Online-Gespräch bequem und direkt auf ihrem Computer, Smartphone oder Tablet teilen – eine Lösung wie gemacht für die aktuelle Situation.


Welche Erfahrungen habt ihr in Bezug auf den Austausch mit den Startups aus dem LMU EC Accelerators gemacht?

Für uns ist es die Bandbreite der Themen im LMU EC Accelerator, die das Programm interessant machen. Die Versicherungsbranche hat extrem viele Schnittstellen zu anderen Branchen und in Ökosysteme, die nicht auf den ersten Blick offensichtlich sind. Vor eineinhalb Jahren haben wir zum Beispiel ein interessantes Pilotprojekt mit einem Startup aus dem Batch durchgeführt, das uns einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Einkauf von Ressourcen für unsere Betriebsorganisation ermöglichte.

Vielen Dank für das spannende Interview, Johannes!

Infos zur Versicherungskammer: Der Konzern Versicherungskammer, zu dem die Versicherungskammer Bayern zählt, ist bundesweit der größte öffentliche Versicherer und inzwischen der siebtgrößte Erstversicherer in Deutschland. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte er Beitragseinnahmen von insgesamt 8,7 Mrd. Euro. Mit seinen regional tätigen Gesellschaften ist das Unternehmen in Bayern, der Pfalz, im Saarland sowie in Berlin und Brandenburg tätig. Als traditionell stark auf die Kundenbeziehung in den Regionen ausgerichteter Versicherer und Teil der S-Finanzgruppe steht für die Versicherungskammer der Kontakt zum Kunden im Mittelpunkt aller Geschäftsabläufe. Kundennahe und innovative Lösungen werden kontinuierlich erprobt; die Innovationplattform InsurTech Hub Munich mit der Startup Kooperation der Versicherungskammer, das Innovation Lab, die Data Academy und der eigene Direktversicherer stehen für gelebte Veränderungsbereitschaft.

54 Ansichten

Giselastraße 10, 80802 München

team@lmu-ec-accelerator.de